Osteopathische Behandlung zur sanften Anregung der Selbstheilungskräfte.
Osteopathische Vorsorgeuntersuchungen (OU)

OU1:     0-3 Wochen
OU2:     3 Monate

OU3:     18-24 Monate
OU4:     3-4 Jahre
OU4+:   4-6 Jahre
OU5:     6 Jahre
OU6:     10 Jahre

Die Termine im Detail

OU1 : 0-3 Wochen


Bei der OU1 wird besonders viel Wert auf die Untersuchung und Behandlung des Kopfes und der Halswirbelsäule gelegt, da diese Strukturen bei der Geburt stark beansprucht werden, so können die knorpelig, bzw. menbranös angelegten Schädelknochen übereinandergeschoben werden und nicht bei jedem Neugeborenen kann sich der Schädel ohne Hilfe vollständig entfalten, was zu Schädel- oder Gesichtsasymetrien führen kann, die zu Spannungen im Bereich der Gehirnhäute führen können, was zu Schlafprobemen, schlaffem oder vermehrtem Muskeltonus, Saug- und Schluckprobelemen bzw. Spucken, aber auch zu Nervosität, leichter Reizbarkeit und damit zum Schreibaby führen kann.

Auch bei einer Kaiserschnittgeburt kann es bei der operativen Entbindung mit Zug am Kopf zu Problemen in diesem Bereich, v.a. der Halswirkelsäule kommen. Da dem Körper die „Erfahrungen“ einer normalen Geburt fehlen, z.B. das Auspressen der Lungen durch Druck auf den Brustkorb beim Durchtreten durch den Geburtskanals, Überschwemmung des kindlichen Körpers mit Stresshormonen der Mutter und das Abrufen von angeborenen Bewegungungsmustern, die bei einer Geburt abgerufen werden mussen bei diesen Kindern noch andere Bereicht betrachtet werden.

Die Behandlung der Halswirbelsäule ist v.a. wichtig, damit der Neugeborene den Kopf mind. 90° zur Seite drehen kann und so beim Liegen auf dem Bauch eine gute Atmung gewährleistet ist. Das häufige Liegen auf dem Bauch, v.a. während der Wachphasen ist wichtig für die gute Entwicklung der Wirbelsäule und der Muskulatur, was für die später Aufrichtung nötig ist. Auch Schädeldeformierungen durch ausschließliches Liegen auf dem Rücken in den ersten Monaten wird vorgebeugt.

Darüber hinaus werden alle Neugeborene vollständig körperlich Untersucht und je nach Befund behandelt. Z.b. Schlüsselbeine, Hüfte und Kreuzbein, Füße (Vorbeugung von Klumpfüßen), Körperasymmetrien, Lunge, Verdauungsorgane, Augen, Ohre usw.

Wann ist eine Untersuchung und Behandlung in den ersten Wochen nicht möglich.
Bei Blutungenblutungsneigung/Gehirnblutungen in den letzten 4 Wochen. Akuten akuten und schweren Infektionen mit hohem Fieber. (Siehe auch unten)

Was ist mit Frühgebohrenen?

Bei Frühgeborenen kann schon früh (z.B. in der Klinik) eine osteopathische Begleitung stattfinden. Nicht behandlet sollte bei Gehirnblutungen in den vergangenen 4 Wochen werden. Vor der Behandlung von Frühgeborenen ist immer eine vorherige Rücksprache mit der zuvor behandelnden Klinik, bzw. dem betreuuenden Kinderarzt nötig!

OU2 : 3 Monate


Der Säugling kommt mehr in die Bewegung. Er beginnt sich zu drehen, stütz sich in Bauchlage auf und betrachtet die nähere Umgebung und spielt in Rückenlage mit Gegenständen, die er genau betrachtet.
Bei der OU2 wird nochmals der gesamte Säugling untersucht. Wichtig sind hier die Gelenke, Wirbelsäule und Kreuzbeine, damit das bald folgende Krabbeln, Robben und die Aufrichtung stattfinden kann. Viel Wert gelegt wird auch auf die Untersuchung und Behandlung des Kopfes, der dem Ohr zugehörigen Bereiche und den Augen. Bei Kindern die häufig unter Schnupfen leiden werden bestimmte Bereiche im Gesichtsbereich und die Lungen behandelt, damit schon vor der Ausbildung der Nasennebenhöhlen eine gute Belüftung gewähleistet werden kann.
Darüber hinaus ist eine Stimmulierung und Unterstützung des Immunsysthem wichtig, da der Säugling bisher v.a. durch den Nestschutz der Mutter geschützt war und nun immer mehr auf sein eigenes Immunsysthem angewiesen ist
Auch der Verdauungstrakt wird hier untersucht, entspannt und angeregt, um bei der Nahrungsumstellung zu immer mehr fester Nahrung entsprechen zu können, bzw. einer so genannten 3 Monatskolik vorzubeigen, bzw. den Eltern Hilfestellung für zuhause mitzugeben.



OU3 : 18-24 Monate (Wenn das Kind zu Laufen beginnt)


Das Kleinking richtet sich auf und beginnt zu Laufen, bzw. häufig hinzufallen, so dass bei der OU3 viel Wert auf den Bewegungsapparat gelegt wird. V.a. die Hüften und das Kreuzbein und Steißbein sollten untersucht und behandelt werden, da das Kleinkind sehr häufig auf den Po fällt.
Auch der Kopf und das Gehirn samt Hirnhäute wird nochmals genau angesehen, damit sich auch die intellektuellen Fähigkeiten, Sprache usw. möglichst ungestört entwickeln können.
Wie jede OU wird das ganze Kleinkind ausführlich untersucht und die gefundenen Befunde behandelt.


OU4 : 3-4 Jahre


Kindergartenkinder haben zumeist viele kleine Unfälle hinter sich und sind auch einem immer vielfältigeren Angebot, bzw. immer großeren geistigen und sozialen Herausforderungen ausgesetzt. Auch der steigenden Anforderungen an die Grob- unf Feinmotorik soll bei der osteopathischen Behandlung Rechnung getragen werden, so dass bei der OU4 wiederum das ganze Kleinkind im Mittelpunkt der Untersucheung und Behandlung steht. Körperliche Befunde werden ebenso behandelt wie z.b. ein besonders ruhiges und schüchternes Kind vegetativ anderegt, ein eher hyperaktives Kind beruhigt werden kann. Den Eltern werden Übungen gezeigt, die zu einem vegetativen Ausgleich des Kleinkindes führen und das Kinder so z.B. Abends besser zur Ruhe kommt und es insgesamt den wachsenden Anforderungen besser gewachsen ist.


4-6 Jahre:


In dieser Zeit werden die Schädelknochen immer weniger formbar. Ab ca. 6 Jahren haben sich an den Schädelknochen Verzahnungen gebildet, die denen der Erwachsenen entsprechen. Sollten in dieser Zeit noch Schädelasymmetrien auffallen, oder Unfälle mit einem Sturz auf den Kopf stattgefunden haben, ist eine zusätzliche Konsultation des Osteopathen dringend zu empfehlen, um z.B. der Entwicklung von Schäder- oder Gesichtsasymmetrien, aber auch von chronischen Kopfschmerzen, Nervosität bis hin zur Hyperaktivität vorzubeugen.


OU5 : 6 Jahre (Einige Monate vor der Einschulung)


Auch die Einschulung ist ein wichtiger Schritt im Leben jedes Kindes, so dass die körperlichen Grundlagen so gut wie möglich sein sollten, so dass es sich in der Schule gut konzentrieren kann, jedoch auch in der Lage ist zuhause einen guten Ausgleich zu schaffen.
Bei der OU5 wird wieder viel Wert auf die vegetative Lage des Kindes gelegt, der Schädel samt Gehirnhäute wird genau betrachtet. Der gesamte Körper, v.a. die Wirbelsäule wird genau untersucht, da durch das nun vermehrte Sitzen eine schon leicht vorhandene Skoliose verstärkt werden könnte, was durch gezielte Behandlung und Übungen zuhause verhindert, bzw. verbessert werden kann.


OU6 : 10 Jahre


Mit 10 Jahren werden die schulischen und persönlichen Anforderungen immer größer. Die Kinder befinden sich in der präpubertären Phase, der ein starker körperlicher Wachstrumsschub folgt, wobei zusätzlich ein extremer Umbau der Gehirnverbindungen stattfindet, was die Phase der Pubertät dann für die Schlulkinder bzw. Jugendliche aber auch die Eltern besonders schwierig macht.
Bei der OU6 soll also nochmals das ganz Kind osteopathisch gesehen werden und Störungen ganz individuell behandelt werden. Das vegetativer Nervensysthem aber v.a. das Hormonsysthem wird unterstützt und ausgeglichen, so dass eine möglichst gute Ausgangslage für die spätere Pubertät geschaffen werden kann.


Zusätzliche Besuche beim Osteopathen
Zustätzlich zu den genannten 6 osteopathischen Vorsorgeuntersuchungen wird eine Konsultation bei akuten oder chronischen Problemen im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich empfohlen.
Eine osteopathische Behandlung ist auch oftmals als gute Ergänzung einer klassisch-schulmedizinischen Therapie anzusehen und kann den Krankheitsverlauf verbessern oder verkürzen, bzw. kann auch Operationen (z.B. Schädeldeformierung) vernindern helfen.

Chronisch kranke Kinder sollten zumindest 2x pro Jahr vorgestellt werden, um sie und die Eltern möglichst gut unterstützen zu können.

Osteopathische Vorsorgetermine in Anlehnung an Tom Esser: Osteopathiekongress 2007 in Wiesbaden