Osteopathische Behandlung zur sanften Anregung der Selbstheilungskräfte.

Geschichte der Osteopathie

Quelle: 11.10.2007 Carmen Pilat, Seminararbeit:  Geschichte der Medizin LMU
Neuere Entwicklungen wie die Biodynamische osteopathische Behandlung: Biodynamics von J.S. Jealous D.O. sind noch nicht enthalten.
Hier wurde Wert gelegt auf die Wurzeln manueller Behandlungsformen und die grundlegende Darstellung der Entstehung der Osteopathie.

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
2 Der Begriff Osteopathie
3 Behandlungstechniken
3.1 Parietale Osteopathie
3.2 Viszerale Osteopathie
3.3 Cranio-sakrale Osteopathie
4 Geschichte der Osteopathie
4.1 Wurzeln manueller Medizin
4.2 Andrew Taylor Still: Vater der Osteopathie
4.3 Entwicklungen im parietalen Bereich
4.4 Entwicklungen im kranio-sakralen Bereich
4.5 Entwicklungen im viszeralen Bereich
4.6 Neuere Entwicklungen in der Osteopathie
5 Zusammenfassende Worte
6 Literaturverzeichnis




1 Einleitung
Die Eigenverantwortung für Gesundheit und Krankheit ist in den letzten Jahren durch Gesundheitsreformen, politische Entscheidungen und Einschränkungen der durch die Krankenkassen übernommenen Behandlungen immer mehr in die Öffentlichkeit gerückt. Dies hat viele Patienten dazu gebracht sich von der klassischen konventionellen Schulmedizin abzukehren und geradezu einen Boom auf alternative Heilmethoden ausgelöst, denn, wenn man zusätzliches Geld für die Behandlung von Krankheiten ausgeben muss, warum dann nicht für Methoden, die versprechen weniger Nebenwirkungen und Risiken mit sich zu bringen und bei leichteren Erkrankungen ein ebensogutes Outcome wie schulmedizinische Methoden bewirken zu können.
So ist auch die Osteopathie eine Behandlungsform, die mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht, besonders da sie, v.a. durch Einflüsse aus dem Ausland, auch in Deutschland zu einem Forschungsbereich wird, in dem entsprechend der Kriterien der naturwissenschaftlichen Forschung gearbeitet wird, und daher ihre Anerkennung steigt. So gehört die Osteopathie in Deutschland derzeit nicht zu den klassischen konventionellen Therapieformen wie z.B. die Physiotherapie oder die Elektrotherapie, sondern findet sich im Bereich der unkonventionellen Naturheilverfahren wieder.
Anders sieht es dagegen in den USA aus. Dort gibt es eine Gleichstellung der osteopathischen (D.O.) und nicht osteopathischen (M.D.) Ärzte, da die Ausbildung in Osteopathie, d.h. Osteopathic Manipulative Treatment for Physicians, wie sie dort genannt wird, zusätzlich zum klassischen medizinisch-klinischen Studium stattfindet, und nicht wie in Deutschland und den meisten europäischen Ländern eine fast ausschließlich praktisch-manuelle Ausbildung bzw. Weiterbildung darstellt. Jedoch schon seit einigen Jahren bestehen in Deutschland und anderen Ländern Bestrebungen, die Osteopathie durch wissenschaftliche Arbeiten und Studien zu hinterfragen und ihre Wirksamkeit zu belegen, und ihr so den Einzug in die konventionellen Therapieverfahren zu erleichtern. Neben der klinisch-wissenschaftlichen Forschung bestehen auch Bestrebungen die Osteopathie und den Beruf des eigenständigen Osteopathen mit Hilfe von gerichtlich erstrittenen Urteilen bzw. durch WHO-Richtlinien zu etablieren. Derzeit wird z.B. vor dem Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gerichtlich geklärt, ob ein staatlich anerkannter Physiotherapeut die Erlaubnis zur Ausübung der Osteopathie als eigenständige Tätigkeit d.h. eine“gegenständlich beschränkte Heilpraktikererlaubnis” erhalten soll. Dies würde bedeuten, dass er eigenverantwortlich osteopathisch behandeln dürfte ohne Arzt zu sein oder eine staatliche Prüfung zur Erlangung des Titels “Heilpraktiker” ablegt zu haben, wie dies derzeit der Fall ist. (
Wagner 2/2007, S.37-38) Darüber hinaus wurden am 28.02.2007 von der WHO die “WHO-Guidelines on Basic Training and Safety in Osteopathy” angenommen, wobei die endgültige Fassung momentan noch nicht feststeht. Diese Richtlinien sollen “Regierungen, die eine rechtliche Legitimierung der Osteopathie in Betracht ziehen, nützliche Anhaltspunkte” liefern. (Hinz 2/2007, S. 37) Auch eine Vereinheitlichung der osteopathischen Ausbildung in Deutschland und damit die Verleihung eines festgelegten Titels D.O. (xxx) mit einem speziellen, derzeit noch nicht festgelegtem Kürzel als Anhang, wird durch den Zusammenschluss der meisten größeren Verbände (AFO, DROM, VOD, VPT) und einiger kleinerer, bzw. Osteopathieschulen zu einem Dachverband versucht. Da sich jedoch nicht alle, v.a. die ärztlichen Verbände mit unter diesem Dachverband der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) (vgl. www.bao-osteopathie.de) eingliedern wollen, ließ sich dies bisher und wird sich wohl auch in der näheren Zukunft nicht durchführen lassen.
Aber nicht nur heute können Differenzen zwischen verschiedenen Verbänden und Ländern im Bezug auf die gegenseitige Anerkennung gefunden werden, sondern auch in der Entstehungsgeschichte der Osteopathie mit deren vielgestaltigenWeiterentwicklungen finden sich Abspaltungen und gegenseitige Missgunst, die weitgehend die verschiedenen heute zu findenden Lehrmeinungen und Ausbildungs- und Behandlungsformen widerspiegeln.

2 Der Begriff Osteopathie

Der Begriff Osteopathie setzt sich aus den, aus dem Griechischen entliehenen Worten “Osteo-” (den Knochen betreffend) und “Patho-” (Leiden, Krankheit betreffend) zusammen. (
Drosdowski 1966, S.501, S.522; Drosdowski 1990, S. 560) Im klassisch medizinischen Sinn bezeichnet man mit “Osteopathien” bestimmte Erkrankungen des Knochens, so “meist systemische, nichtentzündliche- Knochenerkrankungen” (Roche 1998, S.1251). Aus der Sicht von Still, dem Begründer der Osteopathie könnte man dies jedoch eher als Struktur statt Knochen und Gefühl statt Leiden übersetzten. Es geht also mehr darum ein Gefühl für die Strukturen des Körper zu entwickeln und Störungen, d.h. Dysfunktionen wahrzunehmen, um sie behandeln zu können.
Dabei handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl den Bewegungsapparat als “Parietale Osteopathie”, die Inneren Organe als “Viszerale Osteopathie” und das Nervensystem als “Cranio-sakrale Osteopathie” einschließt, und bei dem sowohl zur Diagnostik und Therapie nur die Hände und z.T. andere Körperteile des Therapeuten Verwendung finden. In der Diagnostik sollen spezifische Dysfunktionen, d.h. Störungen im Körper gefunden werden, welche dann mit verschiedensten Techniken behandelt werden. Dies soll nicht bedeuten, dass ein Osteopath Ergebnisse, die ihm durch moderne Diagnoseverfahren zur Verfügung gestellt werden können, nicht beachtet. In manchen Fällen wird er ohne zusätzliche Untersuchungen eine Behandlung sogar ablehnen, um dem Patienten nicht zu schaden oder damit eine lebensbedrohliche Erkrankung nicht übersehen wird, und der Patient der adäquaten Therapie, z.B. bei bösartigen Tumorerkrankungen, zugeführt werden kann.

3 Behandlungstechniken
Die Behandlungstechniken unterteilt man in „parietale” Techniken, d.h. den Bewegungsapparat betreffend, „viscerale”, die inneren Organe betreffend, und „cranio-sakrale” Techniken, also auf das Gehirn und Rückenmark einwirkend. Eine ostopathische Behandlungssitzung wird jedoch meist Techniken aus allen drei Bereichen beinhalten und der Therapeut setzt je nach den vorhandenen Problembereichen die Schwerpunkte entsprechend. Auch die Wirkung einer z.B. parietalen Technik wird immer Auswirkungen auf das Nervensystem haben und je nach Behandlungsbereich, z.B. Brustkorb auch Einfluss auf innere Organe nehmen, so dass eine strikte Trennung der Techniken, was ihre therapeutische Wirkung betrifft oft nicht sinnvoll erscheint.

3.1 Parietale Osteopathie
In der parietalen Behandlung werden so genannte “Somatische Dysfunktionen”
(Liem 2005, S.42ff) behandelt, bei denen es sich um verminderte oder veränderte Funktionen in den zusammengehörenden Teilen der Körpersysteme handelt, so im skelettalen (Knochengerüst), artikulären (Gelenke) und myofaszialen (Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien) Bereich, welche dann auch Einflüsse auf vaskuläre (Gefäße) oder lymphatische (Lymphe) Strukturen und das Nervensystem haben. Allgemein können direkte Techniken, bei denen man in die gleiche Richtung behandelt, in der eine Bewegungseinschränkung besteht von indirekte Techniken unterschieden, bei denen man die Einschränkung durch eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit in die Gegenrichtung, d.h. die nicht gestörte Richtung bewerkstelligt.
Am bekanntesten sind wohl Impulstechniken, welche auch in ähnlicher Weise in der Chiropraktik Verwendung finden. Hier ist v.a. die HVLA oder HVT “high velocity low amplitude thrust”
(Liem 2005, S. 149; Hartman 1998, S. 30ff) zu nennen, bei der mit hoher Geschwindigkeit bei möglichst kleiner Amplitude, also Wegstrecke eine Stellungskorrektur bzw. Anregung für das Gewebe sich zu entspannen gegeben wird. Was genau der Mechanismus ist, welcher im Gewebe auf einen derartigen Impuls folgt und eine Schmerzlinderung herbeiführt ist nicht endgültig geklärt, so dass es eine Vielzahl von Theorien gibt, z.B. über Rückkopplungsmechanismen im Gewebe oder über Nervenverschaltungen
und vieles mehr.
Eine weniger traumatische Technik ist die MET “Muskelenergie-Technik” (
Liem 2005, S.150ff; Hartman 1998, S. 52-53) nach Michell, bei der der Patient in einer speziellen, vom Therapeuten eingestellten Körperhaltung gegen einen vom Behandler aufgebauten Widerstand mit Muskelkraft einige Sekunden gegenhällt bis das Gelenk in der Entspannungsphase in eine neue Stellung gebracht wird. Dies wird einige Male wiederholt.
Eine genauere Beschreibung findet sich im Abschnitt über die neueren Entwicklungen in der Osteopathie.
Weiterhin soll hier noch “Strain-Counterstrain” als eine eher passive Therapieform erwähnt werden. Lawrence H. Jones entdeckte eher zufällig, dass Patienten, welche für ca. 90 Sekunden so gelagert wurden, dass eine absolute Schmerzfreiheit erreicht werden konnte nach Rückführung in die Neutralposition weniger Beschwerden hatte. Er erklärte sich dies über Rückkopplungsmechanismen des Nervensystems über eine veränderte Wahrnehmung der Propriozeptoren, welche in dieser schmerzfreien Stellung weniger Impulse aussenden und so durch Rückkopplungsmechanismen zu einer Entspannung der umliegenden Gewebe führen.
(Vgl. Liem 2005, S.152f)
Dies sind nur einige häufig angewendete Therapieformen. Manche Osteopathen haben in ihren Lehrbüchern eigene Namensgebungen gefunden und entwickeln bekannte Behandlungsformen weiter oder kreieren ihre eigene Art der Behandlung, so dass eine umfassende Darstellung der bestehenden und durch weltweite, vielgestaltige Forschungsprojekte ständig neue hinzukommenden Techniken derzeit sehr schwierig oder nahezu unmöglich erscheint.

3.2 Viszerale Osteopathie

Aber besonders im Bereich der viszeralen Behandlungsformen, also auf innere Organe wirkend, gibt es derzeit rege Forschungstätigkeiten. Dies wird auch durch die Einführung einer Abschlussarbeit und durch die weiterführende Diplomarbeit an deutschen Osteopathieschulen vorangetrieben, so kommt es zu vielgestaltigen Weiterentwicklungen und Neugestaltungen von Techniken in der Behandlung innerer Organe.
Bei einer viszeralen Behandlung soll allgemein die „Mobilität” (
Liem/Puylaert 2005, S. 7ff; Barral 2004, S. 3f), d.h. die Bewegung der Inneren Organe, welche durch veränderte Druckverhältnisse bei der Atmung und durch die Zwerchfellbewegung verursacht wird, gefördert werden und die „Motilität” (Liem/Puylaert 2005, S. 12f; Barral 2004, S. 4f), d.h. die Eigenbewegung des Organs normalisiert werden. Weiterhin können die mit dem viszeralen System in Zusammenhang stehenden Strukturen behandelt werden, so Faszien, Bänder, Blut- und Lymphgefäße.
Diese Behandlungen können, genau wie die Parietalen, direkt durchgeführt werden, d.h. durch Verbesserung der Mobilität durch eine korrigierende Kraft in Richtung Restriktion (Bewegungseinschränkung) oder indirekt, durch eine passive Manipulation in die Gegenrichtung der Bewegungseinschränkung, d.h. auf dem Weg des geringsten Widerstandes, so dass es durch die verbesserte Beweglichkeit der Gegenrichtung in der Folge auch zu einer Verbesserung der vormals eingeschränkten Richtung kommt. Die Behandlung der Motilität, also der inhärenten Organeigenbewegung wird durch so genannte Induktionstechniken, d.h. durch die Unterstützung der z.T. nur schwach vorhandenen Organeigenbewegungen gefördert, und so die Funktion und Selbstheilung des jeweiligen Organs unterstützt. Für derartige Behandlungen sind jedoch ein gutes Palpationsgefühl, die Fähigkeit sich die zu behandelnde Struktur möglichst bildhaft vorstellen zu können und Erfahrung nötig. Es gibt eine Vielzahl von Lehrbüchern und Behandlungsstrategien, die zum Teil sehr ähnlich sind, z.T. jedoch auch in der Durchführung große Unterschiede zeigen. Besonders um die viszerale Osteopathie verdient gemacht haben sich Jean-Pierre Barral, der einige unter deutschen Osteopathen sehr beliebte Lehrbücher geschrieben hat, und Pierre Mercier, die ab dem Ende des 20. Jahrhundert viele neue Techniken entwickelt und aufgeschrieben haben.
(Hartman 1998, S. 55ff; vgl. Liem 2005, Liem/Puylaert 2005)

3.3 Cranio-sakrale Osteopathie
Ist in der viszeralen Osteopathie schon die Palpation sehr wichtig und zum Teil auch schwierig, fordert die Craniosakraltherapie noch ein größeres Maß an Fingerspitzengefühl und v.a. das Vermögen des Therapeuten sich in den Körper bzw. in das Gehirn und umliegende Strukturen eindenken zu können. Wie die inneren Organe eine inhärente Motilitätsbewegung besitzten, so kann man auch im Bereich der cranio-sacralen Osteopathie im Bereich des Schädels (Cranium) und des Kreuzbeines (Sakrum) und den dazwischen liegenden Strukturen (core link = Verbindung als Herzstück der Behandlung) mitsamt dem Liquor eine Bewegung, den Craniosakralrhythmus, wahrnehmen. Bei dieser Therapieform behandelt der Therapeut den cranio-sakralen Rhythmus, der nach Stärke, Amplitude und Geschwindigkeit beurteilt werden kann. Dies geschieht z.B. über eine Arbeit an den Schädelknochen, folglich an der Dura (Harten Hirnhaut) oder auch am Sakrum, wobei im Prinzip auch von den Extremitäten und allen anderen Körperstrukturen, welche mit dem Nervensystem in Verbindung stehen auf denselben Einfluss genommen werden kann.
(Liem 2005, S.154f; Hartman 1998, S. 49f; vgl. Liem 2003)
Die genauen Prinzipien wie sie auf Still zurückzuführen sind und später v.a. William Garner Sutherland, einem seiner Schüler erforscht und genauer formuliert wurden finden sich im entsprechenden Kapitel des geschichtlichen Teils dieser Arbeit.

4 Geschichte der Osteopathie
Was den “Geburtstermin” der Osteopathie betrifft, so lässt sich dieser recht genau auf den 22.06.1874 datieren, da Andrew Tayler Still, der als der Vater der Osteopathie gilt, sein neues Konzept der Osteopathie erstmals öffentlich vorstellte. Die Entwicklung der Ideen, die hinter diesem Konzept stehen reichen jedoch schon bis in seine Kindheit zurück, und werden später noch genauer erläutert.
(Liem 2005, S.15-16)

4.1 Wurzeln manueller Medizin
Aber die Osteopathie stellt nicht den Anfang der manuellen Medizin und Behandlung dar. Therapieformen, bei denen die Hände als Medium benutzt werden waren mutmaßlich schon den ersten Vertretern der Gattung Homo bekannt, sicher jedoch dem Homo sapiens.

Hippokrates (ca. 460-377 v.Chr.)
Gesicherte, d.h. auf schriftlichen Quellen beruhende Überlieferungen bezüglich manueller Therapien finden sich erstmals zur Zeit des Hippokrates (ca. 460-377 v.Chr.), im z.T. bis heute erhaltenen “Corpus Hippocraticum”. Dieses wurde von Gelehrten aus Alexandria, so auch Hippokrates verfasst, wobei nur einige Teile dieser gesammelten Werke den Bibliotheksbrand während des Angriffs der Mohammedaner 638 n. Chr. überstanden, und so bis heute überliefert sind.
Erhalten sind das “Peri Arthron” und das “Mochlikon”. Hierbei handelt es sich um Beschreibungen des Bewegungsapparats des Menschen und Abweichungen von der Norm, so offensichtliche Kurvenabweichungen der Wirbelsäule und bestimmte Methoden der Reposition, Traktion, direkten Druck und Manipulationen. Bis zu dieser Zeit war die Medizin allgemein von Magie und Religion geprägt. Hippokrates, der als der Urvater des modernen, medizinischen Denkens und der Lehre gelten kann suchte dagegen nach Erklärungsmodellen, die die “Natur” als wichtigen Bestandteil des Heilungsprozesses widerspiegelten. Später wurde dieser Gedanke der “Natur” als Selbstheilungskräfte z.B. von Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) wieder aufgegriffen und in
seinem osteopathischen Behandlungssystem weiterentwickelt.
(Liem 2005, S. 2)

Galen (ca. 131-201 n.Chr.)
Galen dagegen, der ca. 500 Jahre später als Anatom und Physiologe arbeitete, widerlegte einige der Behauptungen der hippokratischen Schule v.a. durch Sektionen. Sein Forschen führte zu großen Fortschritten im Wissen über biologische Grundprinzipien, jedoch nur zu geringen Erkenntnissen über Ursachen und Behandlungen von Krankheiten. Was jedoch erwähnt werden muss, ist die Ähnlichkeit seiner grundlegenden Prinzipien zu der der Osteopathie Stills. Galen erklärte, dass “jede Läsion eines Organs eine Veränderung dessen Funktion verursache”. Bei Still heißt es entsprechend, dass Krankheiten “Ergebnisse einer veränderten Beziehung zwischen Struktur und Funktion” sind. (
Liem 2005, S. 3)

Mittelalter bis 15. Jh.
Im Mittelalter kam es dann zu keinen großen Fortschritten in der “Heilkundlichen Wissenschaft”, jedoch konnte man so genannte “Knocheneinrenker” finden, bei denen es sich um medizinische Laien handelte, die manuelle Techniken als heilende Kunst bei orthopädischen und rheumatologischen Störungen anwendeten. (
Liem 2005, S.3)

Renaissance
In der Renaissance kam es dann, wie in den Geisteswissenschaften auch im medizinischen Denken auf eine Rückbesinnung auf die griechische Antike, und so auch auf die Prinzipien von Hippokrates und Galen, was späteres medizinisches und osteopathisches Denken beeinflusste.
Als erstes ist die iatro-chemische Schule zu nennen, dessen bekannteste Vertreter der Arzt Paracelsus (1493-1541) und die Anatomen Sylvius (1614-1672) und Willis (1622-1666) sind. Sie nahmen an, dass die “ganze Natur eine Einheit” darstellt, diese jedoch “nie komplett” ist und einen “Makrokosmos” darstellt, während der Mensch als “Mikrokosmos” zu bezeichnen ist. Aufgrund alchemistischer Vorstellungen wurde der Mensch darüber hinaus als ein “chemisches Lager” verstanden, dessen Fehlfunktionen auf “chemische Veränderungen” und ein “Ungleichgewicht des Körper” zurückzuführen sind und sich als Krankheit zeige. (
Liem 2005, S.3-4)
Neben den eher chemisch orientierten Erklärungsmodellen findet sich die iatro-mechanistische Schule, zu dessen Vertretern Rene Descartes (1596-1650), Borelli (1608-1657) und Baglivi (Student von Borelli) gehörten. Descartes beschäftigte sich v.a. mit der Physiologie des Menschen und veröffentlichte so auch 1662 das erste bekannte Physiologiebuch “De Homine”. Er sah den Körper und die Seele als getrennte Einheit und beschrieb den Körper maschinenähnlich. Borelli geht von diesem Standpunkt sogar noch weiter und wendet physikalische Gesetzte aus der Anorganik auf den Mensch an. Heute noch positiv zu werten sind jedoch seine Versuche “Berechnungen von Kraft und Bewegung im muskuloskelettalen System” anzustellen. Als Erklärungsmodell für
Muskelkontraktionen wählte er ein Anschwellen der Muskulatur durch schnelles Einströmen von Nervenflüssigkeit. Baglivi, einer seiner Schüler forschte auf diesem Gebiet weiter und postulierte zwei Gewebetypen nämlich “elastische, fleischige Fasern und Fibröse (membranöse) Fasern”, wie auch zwei Körperrhythmen. Beim ersten fungiert das “Herz” und beim zweiten die “Meningen und das Gehirn als Pumpen”. (
Liem 2005, S. 4-5) Dies geschah schon 250 Jahre vor Sutherlands Entwicklung des kranialen Konzepts bei dem er eben eine Liquorbewegung eingeleitet durch Hirnstrukturen annimmt, welche den kranio-sakralen Rhythmus darstellt. Still hat einige dieser grundlegenden Vorstellungen in sein Konzept des menschlichen Körpers integriert, so sei der menschliche Körper mit einer Maschine zu vergleichen, deren Funktion von der Integrität der unterschiedlichen Teile abhängt. Sowohl bei Still als auch bei Sutherland finden sich die Vorstellung wieder, dass Nerven Flüssigkeit beinhalten, was Dr. Irvin M.Korr ein Forscher und Physiologe 1960 dann auch bewies. (vgl. Liem 2005, S.5) Genaueres zu Stills und Sutherlands Konzepten findet sich in den entsprechenden Abschnitten.
Weiterhin gab es zu dieser Zeit die so genannten “Vitalisten” zu denen Jean Baptiste Van Helmont (1577-1644) und Theophile de Bordeu (1722- 1776) gehören. Diese postulieren als Gegenpol zu Descartes eine Synthese von Verstand, Geist und Materie. Die “Vitalität” wird als ähnliches Konzept verstanden, wie die Ideen Sokrates und Platons als übernatürliche “Formen” und “Ideale”, von denen alle greifbaren Objekte und Kreaturen ihre individuellen Merkmale herleiten.
Auch bei Hippokrates findet sich entsprechend eine “Anima” die allem Lebendem innewohnt und nicht von ihm getrennt werden kann. (
Liem 2005, S. 5-6) In der Osteopathie wird der Mensch auch als ein ganzes lebendes Systhem verstanden, so dass man den Körper nie getrennt von der Psyche behandlen kann, denn alles was dem Körper geschieht hat auch Rückwirkungen auf die Gedankenwelt und Psyche des Patienten. Upledger geht sogar noch einen Schritt weiter, nämlich dass sich schlechte Erfahrungen und psychische Traumata im Körper als so genannte „Energiezysten” manifestieren, und durch manuelle Techniken behandelt werden können. (vgl. Kapitel 4.4)

4.2 Andrew Taylor Still: Vater der Osteopathie

Andrew Taylor Still wurde am 06.08.1828 in Jonesboro, Lee County, Virginia als Sohn eines Arztes und Predigers geboren. Er begleitete seinen Vater oft bei Krankenbesuchen, was zu einem großen Interesse für Medizin und einer tiefen spirituellen Prägung führte. Als Kind litt er wohl oft an Kopfschmerzen und entdeckte eher zufällig, dass ihm die Ablage seines Kopfes auf ein mit Decken gepolstertes Seil, welches relativ tief zwischen zwei Bäume aufgehängt war Erleichterung verschaffte. Später schloss er aus dieser Erfahrung, dass dieses Aufhängen zur Entspannung der Nackenmuskulatur führte und die Blut- und Nervenversorgung verbesserte. Diese Erfahrung soll ihn in der Entwicklung und Benennung seines osteopathischen Konzeptes wegweisend geführt haben. In seiner Jugend lernte er Anatomie beim ausnehmen von Wildtieren und studierte, auch gegen den Willen des Vaters, Anatomiebücher. Später besuchte er eine Medizinschule in Baldwin, Kansas. Er war zweimal verheiratet, wobei er 1860 nach dem Tod seiner ersten Frau an Cholera Mary E. Turner heiratete, die Tochter eines Arztes aus New York, der ihn in den folgenden Jahren unterstützte. Still selbst war ein starker Verfechter der Sklavenbefreiung und arbeitete während des amerikanischen Bürgerkriegs als Arzt in der 9. Kansas-Kavallerie. Er fand die damalige Medizinpraxis unzureichend und begann eigenständig z.B. bei Rückenschmerzen mit manuellen Behandlungsmethoden zu arbeiten. Zu dieser Zeit wurde auch festgestellt, dass die Kindersterblichkeit rapide sank, da alle Ärzte in der Armee dienten und Brechmittel aus Quecksilberchlorid, Verbindungen mit Blei, Schwefelsäure, Strichnin und ähnliches nicht mehr angewendet wurden. Auch als drei seiner Kinder an spinaler Hirnhautentzündung starben verlor er nie seinen Glaube an Gott und an die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers. So suchte er weiterhin nach Gründen und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten. Hierzu führte er legale Sektionen als Anatomiestudien mit einigen groben chirurgischen Instrumenten und anfangs ohne Nachschlagewerke durch. Er beschäftigte sich v.a. mit dem Blut- und Nervensystem, denn seiner Meinung nach sind alle Krankheiten eine Folge von Dysfunktionen dieser Systeme. So war er der Meinung, dass alle Ursachen gefunden werden könnten und dass sie in der verringerten oder verstärkten Nervenaktion bestehen, welche die Flüssigkeiten in Teilen oder im Ganzen des Körpers steuern. Diese grundlegende nervale Steuerung wurde 1898 von Langley das vegetative Nervensystem genannt und Anfang des 20 Jh. genauer beschrieben. (
Liem 2005, S.12-16; Magoun 2007, S.75-82)
Beeinflusst von all diesen Vorerfahrungen entwickelte er seine osteopathische Philosophie, welche er am 22.6.1874 erstmalig öffentlich vorstellte. Zu seinem Konzept gehörte es auch, dass er die “allgemeinmedizinischen Praktiken, die Operationsmethoden und die Geburtshilfe” verbessern wollte. (
Magoun 2007, S.83) Dies wurde jedoch nicht nur von Ärzten und Wissenschaftlern seiner Zeit sehr kritisch aufgenommen, sonder sogar einige Familienmitglieder hielten ihn für verrückt. Später sagte er einmal zu seinen Schülern über diese Zeit: “Kein Prediger wird für Euch beten, als wäret Ihr vom Teufel besessen, kein unschuldiges Kind wird vor Eurer Erscheinung vor Angst flüchten, weil man Euch für verrückt erklärt hat. Nein, euer Schicksal wird nicht wie meines sein, da meine unermüdlichen Kräfte die Wissenschaft und ihre Ausführenden auf die Beine gestellt und den Respekt und die Bewunderung der Welt eingefordert haben.” (Magoun 2007, S.85)
Seine Erfolge sprachen jedoch für sich, so dass ihn Kranke heimlich und in der Nacht besuchten.
Wohl um den Anfeindungen und der Verachtung von Kollegen zu entgehen siedelte er 1875 nach Kirksville, Missouri über. Dort hatte er dann schnell einen relativ guten Ruf als “Blitz- Einrenker”, d.h. als Anwender von Impulstechniken. (
Magoun 2007, S.84) Schon in den 1880er Jahre hatte er so viel Zustrom von Hilfesuchenden, dass er seine Söhne in seinen Techniken ausbildete und sie ihm bei der Behandlung der Patienten halfen.
Am 10.05.1892 eröffnete er dann die erste Osteopathie-Schule in Kirksville, Missouri, die American School of Osteopathy (ASO). Hierdurch wurde dann auch der Begriff “Osteopathy” geprägt.
(Magoun 2007, S.85) Dem ersten Jahrgang der Schule gehörten 18 Studenten an, davon waren fünf Frauen, denn er setzte sich nicht nur gegen Sklaverei ein, sonder war auch ein Verfechter der Emanzipation. 1894 erweiterte er dann das Osteopathiestudium auf zwei Jahre und ließ ein Krankenhauses in Kirksville für seine Patienten erbauen. Seine Schule bekam mit der Zeit so großen Zustrom, dass acht Jahre später bereits 200 Studenten in Kirkville die osteopathische Schulbank drückten.
Für die damalige Zeit war Still nämlich sehr modern und hatte schon zwei Jahre nach der Entdeckung der Röntgenstrahlung einen eigenen Röntgenapparat in seinem Krankenhaus.
In den folgenden Jahren eröffneten einige seine Schüler eigene nationale Lehranstalten in Los Angeles, Denver und Chicago. 1897 folgte dann eine Schulen auf Hawaii, 1898 in Kanada, 1899 auf den Philippinen, in Mexiko, Irland, England, China und in Westindien. Den ersten Schritt in Richtung rechtlicher Anerkennung der Osteopathie in den USA wurde 1896 durch die gesetztliche Legalisierung der Osteopathie in Vermont und 1897 in Missouri getan. Im selben Jahr wurde dann auch eine nationale Organisation “The American Association for the Advancement of Ostheopathy” geschaffen, die 1901 in “The American Osteopathic Association (AOA)” umbenannt wurde, wie sie auch heute noch heißt. Um eine gute Ausbildung zu gewähren und sie langsam dem
Niveau eines Medizinstudiums anzugleichen wurde der Studiengang 1905 auf drei Jahre und 1915 auf vier Jahr erweitert. Heute entspricht das DO Studium in den USA in Dauer und Inhalt etwa dem eines Medizinstudiums, wobei die Absolventen die gleichen beruflichen Möglichkeiten haben wie die klassisch ausgebildeten Ärzte, so können sie z.B. auch als Chirurgen arbeiten, als Allgemeinarzt oder in jeder anderen Fachrichtung, wobei jedoch der durchschnittliche Zeitaufwand im rein osteopathischen Bereich nur ca. fünf Prozent der ärztlichen Tätigkeit ausmacht.
Still selbst erlebte diese Aufwertung und Gleichstellung der Osteopathie in den USA jedoch nicht mehr. Bei einem Zugunglück wurde er 1912 so schwer verletzt, dass er sich bis zu seinem Tode am 17.12.1917 mit 89 Jahren von diesen Verletzungen nicht mehr vollständig erholen konnte.
Zu den von ihm besonders geprägten Techniken gehört die HVLA-Techniken (High Velosity Low Amplitude = schnelle Beschleunigung mit kleiner Amplitude), Soft Tissue-Techniken z.B. Massagen und Dehnungen, Fasziale Release-Techniken, bei denen es zur Entspannung der Faszien kommt, indem man das Gewebe in die Leichtigkeit bzw. eine entspannte Position führt oder aber in den Spannungspunkt, d.h. zu einer Barriere oder einem Widerstand bis sich das Gewebe entspannt. Aber auch eine lymphatische Pumpe verschiedener Organe gehörte zu seinem Repertoire. Man nimmt an, dass eine Anregung der Milzdurchblutung das Immunsystem anregt.
Pumpbewegungen des Thorax verbessern die Atmung und eine Behandlung der Leber regt die Entgiftung an.
Stills wichtigstes osteopathisches Gesetzt sagt aus, dass Störungen im Gefäß-, Lymph- oder Nervensystem zu Krankheiten führen: “Das Gesetz der Arterien ist absolut universal und darf nicht gestört werden, sonst folgt Krankheit.” (
Magoun 2007, S. 79) Weiterhin sagte er über den Liquor cerebrospinalis (Gehirnwasser), dass er “das höchste bekannte Element ist, das der menschliche Körper enthält.
Solange das Gehirn diese Flüssigkeit nicht in großen Mengen liefert, bleibt der invalide Zustand des Körpers erhalten. Wer in der Lage ist zu schließen, wird sehen, dass dieser große Fluss des Lebens angezapft und das verdorrte Feld auf der Stelle gewässert werden muss, sonst ist die Ernte der Gesundheit für immer verloren.”  (
Magoun 2007, S.81) Über die Faszien, die den ganzen Körper überspannen und verbinden und wichtige Behandlungsstrukturen in der heutigen Osteopathie darstellen, meinte Still, dass “Die Faszien (...) das Prinzip” sind, “das jeden einzelnen Teil des animalischen Körpers einhüllt, durchdringt, teilt und weiter unterteilt. Durch ihre Aktion leben wir, durch ihr Versagen schrumpfen oder schwellen und sterben wir. Dieses Leben ist sicher zu kurz um den Nutzen der
Faszien in den animalischen Formen vollständig zu ergründen.” (
Magoun 2007, S.80) Jedoch genau diese von Still angedeuteten Funktionen der Faszien und noch einiges mehr haben verschiedene Anatomen und Osteopathen untersucht, wobei ThomasW. Myers mit dem Buch Anatomy Trains von 2004 einen guten Einblick in diese faszinierende jedoch auch sehr verwirrende Thematik bietet. (vgl. Myers 2004)

4.3 Entwicklungen im parietalen Bereich
Schon Schüler Stills entwickelten die parietale Osteopathie, d.h. die Techniken die sich auf den Bewegungsapparat beziehen weiter. Einige dieser Therapeuten sind auch heute noch im Lehrstoff Deutscher Osteopathieschulen vertreten, so z.B. John Martin Littlejohn, andere wie z.B. D.D. Palmer wurden jedoch schon recht früh von der AOA und später von anderen Osteopathieverbänden ausgeschlossen, und haben ein von der Osteopathie unabhängiges Ausbildungskonzept erstellt.

John Martin Littlejohn (1866-1947)
Als der erste Osteopath Europas gilt John Martin Littlejohn, der wohl einer der ersten Schüler Stills war und die Osteopathie 1919 nach England brachte. Sein sehr analytisch geprägtes Konzept, was sowohl die Anlehnung an die Anatomie wie auch die Physiologie betrifft, führte zu einer breiten, sogar wissenschaftlichen Akzeptanz dieser Behandlungsform in England und hatte später auch einen Einfluss auf die Verbreitung in ganz Europa. Er war auch der Begründer der "British School of Osteopathy" (BSO) in London welche derzeit eine enge Zusammenarbeit mit deutschen Osteopathieschulen, so z.B. der Osteopathie Akademie München unterhält. Neben Modellen zum besseren Verständnis der Körperstatik (
Liem 2005, S.89) geht auch die AOB (Allgemeine Osteopathische
Behandlung) auf ihn zurück, bei der die Diagnostik und Behandlung des gesamten Bewegungsapparates durch rhythmische, kreisende Bewegungen in den Gelenken durchgeführt wird. (
Liem 2005, S. 147f) Seine Konzepte sind jedoch ausschließlich auf den Bewegungsapparat anzuwenden, wobei der viszeralen und craniosakralen Osteopathie wenig Beachtung geschenkt wird. Im März 2008 ist die Veröffentlichung seines Lebenswerk in deutscher Sprache als “Das große Littlejohn-Kompendium” geplant, welches sicher noch einige interessante Einblicke gewähren wird. (Magoun 2007, S.171)

D.D.Palmer (1845-1913)
Wird Littlejohn heute aufgrund seiner rein parietalen Arbeitsweise schon von den meisten ganzheitlich orientierten Osteopathen Mitteleuropas etwas kritisch, bzw. ergänzungswürdig gesehen, so wird D.D. Palmer geradezu verachtet. Nach einem zweiwöchigen Besuch 1892 bei Still in Kirksville auf Empfehlung eines Studenten der ASO, begann er einige osteopathische Techniken, v.a. Impulstechniken zu vereinfachen, und sie jedem, der sie lernen wollte, egal welche Vorbildung er mitbrachte zu lehren (
vgl. Magoun 2007, S.102, S.144). Palmer war wohl von Still als dem “Blitz-Einrenker (Magoun 2007, S.102) so fasziniert, dass er diese Techniken als ausreichend für eine ganzheitliche Behandlung ansah. Still missbilligte diese Entwicklung und erinnerte sich an die Begegnung mit Palmer, als die mit einem “Heiler mit magnetischen Kräften”, weniger an einen guten Therapeuten im Sinne Stills. Sein Wissen
vertiefte Palmer dann in den darauffolgenden Jahren bei einem befreundeten Arzt, mit Ausbilung an der ASO. 1887 gründete er dann seine Ausbildungsstelle "Palmer Cure & Infirmary", welche er 1898 in "Palmer School and Infirmary of Chiropractic" umbenannte. Dort lehrte er, was heute noch als Chiropraktik bekannt ist, und aufgrund der Einfachheit gerne gelernt wird, da kein spezielles medizinisches oder anatomisches Wissen vorausgesetzt wird. Es handelt sich als um osteopathische Griffe in modifizierter Form, d.h. um Impulstechniken mit langen Hebeln, bzw. großer Amplitude, was leicht zu Verletzungen, Zerrungen und Überdehnungen von Geweben führen kann, allerdings ohne Vermittlung des ganzheitlichen Konzepts. Mit anderen Worten um eine Reduktion auf ein rein symptomorientiertes Behandlungssystem.

4.4 Entwicklungen im kranio-sakralen Bereich
Sowie man sagen könnte, dass Littlejohn und Palmer Gegenpole im Bereich der parietalen manuellen Behandlungen darstellen, so finden sich auch in der kranio-sakralen Osteopathie derartig positiv wie negativ aufgenommene Entwicklungen. So gelten die Konzepte und Ideen William Garner Sutherland auch heute noch als interessante und lehrwürdige Inhalte. John E. Upledger entspricht dagegen dem schwarzen Schaf Palmer im cranio-sakralen Bereich, wobei Upledgers Ideen mit großem Interesse, wenn auch zum Teil mit etwas Unverständnis, von vielen Osteopathen verfolgt werden.

William Garner Sutherland (1873-1954)
William Garner Sutherland gilt als der Begründer der cranialen, bzw. craniosakralen Osteopathie als Teilbereich der Osteopathie. Er war ein einfacher Farmersohn und machte die Erfahrung, dass sein kranker Bruder durch einen Osteopathen geheilt wurde. Durch diesen Umstand veranlasst hat Sutherland als junger Zeitungsreporter einen Artikel über Osteopathie geschrieben und sich so näher damit befasst. Er besuchte Dr. Still in Kirksville, “einen” wie er meinte “tiefsinnigen und honorigen Denker, Philosophen und Humanist; ein Mann der nahe an Gott wandelte” (
Magoun 2007, S.109) und war so sehr von ihm und seinem osteopathischen Konzept beeindruckt, dass er sein Leben der Osteopathie widmete. So machte er Selbstversuche, studierte Anatomie und Osteopathie. Er entdeckte, dass die Schädelknochen gezahnt sind und ineinander greifen. So beschrieb er die Kante des Os sphenoidale, eines Schädelknochens als “abgeschrägt wie die Kiemen eines Fisches” was für ihn als “hinweisend auf die gelenkvermittelte Beweglichkeit für einen respiratorischen Mechanismus” (Magoun 2007, S.110) galt. Der cranio-sakrale Rhythmus wird auch heute noch bildlich mit einer Art Atmungsmechanismus des Gehirns und der Schädelknochen verglichen und als respiratorisch benannt, bei der eine Inspirations- von einer Exspirationsphase unterschieden wird. (Cloet 1999, S.64ff, S.71) Neben Erwachsenen untersuchte und behandelte er auch 5 Jahre lang am Kinderkrankenhaus in Minneapolis Kinder, so dass auch die Entwicklung und Verknöcherung der Schädelknochen und Suturen zu einem seiner Forschungsgegenstände wurde. Noch heute haben seine Forschungsergebnisse große Bedeutung, und werden in der craniosakralen Osteopathie gelehrt und sind z.T. auch in der konventionellen Medizin anerkannt.
Überall ist Bewegung, d.h. es ist ein craniosakraler Rhythmus zu spüren. So zieht sich das Gehirn 10-12 x pro Minute zusammen und dehnt sich anschließend wieder aus, aber auch lebende Schädelknochen sind flexibel und bewegen sich um die Schädelnähte. Als Steuerung der Schädelknochenbewegung dient die innere Spannung der Dura (harte Hirnhaut), welche das Gehirn und das Rückenmark umhüllt und an der Schädelbasis, der oberen Halswirbelsäule und dem Sakrum befestigt ist. Auch das Sakrum bewegt sich im oben genannten Rhythmus zwischen den Beckenknochen.
Weiterhin fließt der Liquor (Hirnwasser) wellenförmig von zentral (Gehirn) nach distal (z.B. vom Rückenmark in die Nerven der Extremitäten) und zirkuliert entlang der kranialen und spinalen Nerven.
Dies und einiges mehr führte er in einer Serie von Artikeln in osteopathischen Publikationen aus, weshalb er 1932 auch zu einem ersten Vortrag auf die AOA-Konferenz in Chicago eingeladen wurde. Bei gerade sieben Zuhörern wurde trotzdem das öffentliche Interesse derartig angesprochen, dass er auch zu weiteren Vorträgen eingeladen wurde und Veröffentlichungen, so z.B. 1939 das Buch “The Cranial Bowl”, schrieb. 1944 erhielt er einen Lehrauftrag am Des Moines Still Osteopathic College. Drei Jahre später rief er die “Osteopathic Cranial Association” ins Leben welche eine Ausbildungsorganisation darstellte, die einen gewissen Standard in der osteopathischen Lehre gewährleisten sollte.
Am 25.9.1953 gründete er die “Sutherland Teaching Foundation” welche u.a. ein Lehrerseminar für Ärzte mit abgeschlossenem Studium anbot. Seine Techniken wurden dann in den folgenden Jahren von bekannten Osteopathen aufgeschrieben, z.B. 1951 als “Osteopathy in the Cranial Field” von Harald Magoun Sr. und auch weiterentwickelt, so dass es heute ein breit gefächertes Angebot an mehr oder weniger wissenschaftlich fundierter Literatur diesbezüglich gibt.
Sutherland starb am 23.9.1954 in Pacific Grove in Kalifornien und hinterließ ein lebendiges Erbe, das bis heute fortwirkt. (
Magoun, S.112 ff)

John E. Upledger ein amerikanischer Osteopath
Einen Schritt weiter ging dann John Upledger, der die „Kraniosakral-Therapie” aus dem ganzheitlichen Konzept der Osteopathie herausnahm, und diese Therapieform als isolierte eigenständige Behandlungsform anwendet. Er ist ein amerikanischer Arzt genauer gesagt ein Chirurg und ausgebildet in osteopathischer Medizin. Er gründete und leitet das Upledger Institut in Palm Beach, Florida, USA . Dort bildet er v.a. Physiotherapeuten als Techniker aus, jedoch mit wenig Bezügen zu den übrigen Osteopathieteilbereichen. (
Magoun 2007, S.115f) Die ausgebildeten Physiotherapeuten unterrichten dann z.T. wahllos jeden, der dafür Geld bezahlt, ohne Hintergrundwissen oder Theorieverständnis, weshalb Upledger unter Osteopathen kritisch gesehen wird. 1983 veröffentlichte er sein erstes Buch "Craniosacral Therapy", das noch sehr an die gängig osteopathische Craniosakraltherapie angelegt ist. So bietet das 1991 in deutscher Sprache erschienene „Lehrbuch der Kraniosakral- Therapie” (Upledger 1991) einen guten Überblick über auch heute noch gängige Techniken. Im selben Jahr wie diese deutsche Ausgabe folgte dann eine für Laien eher verständliche Einführung in die Craniosacralarbeit unter dem Titel "Your inner Physician and you" oder als deutsche Übersetzung „Auf den Inneren Arzt hören” (Upledger 1996), in dem er sich von der gängigen osteopathischen Philosophie abhebt und auf eigene zum Teil etwas abgehoben erscheinende Theorien wie die der „Energie-Zysten” zu sprechen kommt. Upledger reduziert das Behandlungskonzept der "Osteopathy in the Cranial Field" von Harald Magoun Sr. auf ein Konzept mit wenigen aufeinander folgenden Schritten, ohne speziell auf die genauen Befunde des Patienten einzugehen. Ob er dies auch in der Behandlung auf die genannte Weise anwendet ist nicht ganz klar. Darüber hinaus verband er es mit einer Art Psychotherapie zum Konzept des "Somato Emotional Release" (körperlich-seelische Lösung).
Er postulierte dafür so genannte "Energie-Zysten", in denen sich ein Trauma (physischer oder psychischer Natur) im Gewebe fixiere, und welche durch eine Behandlung dieses Gebietes gelöst werden könnten, und so neben Unfallfolgen auch traumatische/emotionale Ereignisse verarbeitet werden könnten. (
vgl. Upledger 1996) Upledgers Form der craniosakralen Therapie ist im Gegensatz zu der Sutherlands nicht von der AOA (American Osteopathic Association) als osteopathische Behandlungsform anerkannt, wird jedoch von vielen Osteopathen mit Interesse verfolgt, da sie bei manchen Behandlungen die Erfahrung machten, dass Patienten in Tränen ausbrachen, oder
ihnen z.T. lange vergangene Situationen oder Probleme wieder bewusst werden, was tatsächlich auf eine Art psycho-somatische Komponente im aller wörtlichsten Sinn hinweisen könnte.

4.5 Entwicklungen im viszeralen Bereich
Was die viszerale Osteopathie betrifft haben die osteopathischen Ärzte Yale Catilio und Louise Ferris-Smith in den 1930er Jahren “ventrale-Techniken” angewendet um auf die Funktion der Inneren Organe positiven Einfluss zu nehmen, so wurden Versuche unternommen mit einer Milzpumpe, welche man auch heute noch anwendet die “Zirkulation der weißen Blutkörperchen und der Antikörper” zu optimieren. Vergleich hierzu den Abschnitt über viszerale Osteopathie.
Einer der bekanntesten Osteopathen und Lehrbuchautoren im viszeralen Bereich ist Barral, dessen Behandlunstechniken durch mehrere gut strukturierte Lehrbücher, z. B. zur allgemeinen Viszeralen Osteopathie, Behandlungstechniken im Gynäkologischen Bereich oder für die Prostata, großen Anklang in Europa finden. (
Liem, S. 154f; Liem/Puylaert 2005, S.2f)

4.6 Neuere Entwicklungen in der Osteopathie
Weiterhin sollen nun noch einige andere Osteopathen mit den von ihnen entwickelten Konzepten und Ideen genannt werden.
C. Haddon Soden beendete seine Ausbildung zum Diplom Osteopathen 1924 an der American School of Osteopathy und begann in den folgenden Jahren Manipulationstechniken unter Anästhesie durchzuführen. V.a. in schweren und hartnäckigen Fällen hatte er große Erfolge zu verzeichnen, wobei es bei seinen Nacheiferern mit noch wenig Erfahrung des öfteren zu Verletzungen kam. Denn bei relaxierten Muskeln ist schon ein viel geringerer Kraftaufwand für die Behandlung ausreichend, so dass es schon bei relativ zarten Manipulationen zu den gewollten Reaktionen kommt oder aber auch zu ungewollten Verletzungen. (
vgl. Magoun, S. 104)
Ganz am anderen Ende der Behandlungsarten liegen „Funktionelle Techniken”, bei denen man den meist minimalen Eigenbewegungen des Gewebes folgt und es dann in eine Art Ruhepunkt (Point of Balance) führt, wartet, bis sich das Gewebe vollständig entspannt hat und so die Selbstheilung eingeleitet wird. Als Begründer dieser Therapie gelten die beiden DOs Harald Hoover und Charles Bowles. (vgl. Magoun 2007, S. 104f)
Eine recht interessante, wenn auch heute nicht mehr angewandte Therapieform ist die “Resistive Duktions-Therapie” welche von dem Hals-Nasen-Ohren-Spezialist T.J. Ruddy entwickelt wurde. Er ließ die Patienten synchron zu ihrem Herzschlag Muskeln gegen sanften Widerstand anspannen. (vgl. Magoun 2007, S. 105)
Ein ähnliches, jedoch weniger schwierig durchführbares Konzept verfolgt Fred Mitchell Sr., ein Osteopath der in den 1950er Jahr die so genannte MET (Muskel-Energie-Technik) entwickelte. Hierbei wird der Patient, z.B. bei der Behandlung eines im Bewegungsausmaß eingeschränkten Gelenkes zu einer Anspannung von Muskeln gegen einen von Therapeuten aufgebauten Gegendruck aus speziell vom Therapeuten eingestellten Stellungen und in vorgegebene Richtungen angehalten. Mitchells Konzept sah dazu eine “isometrisch”, “isotonische” und “iso-lytische” (Magoun 2007, S. 105f)  Muskelkontraktion vor. Heute wird v.a. die isometrische Form angewendet, bei der der Patient mit etwa 1/3 bis 2/3 seiner maximalen Muskelkraft ca. 4-5 Sek. gegen den Therapeuten und in umgekehrter Richtung wie die Bewegungseinschränkung besteht einen Druck oder Zug hält. In der Entspannungsphase führt der Therapeut das entsprechende Gelenk dann in die Korrekturrichtung, d.h. in Richtung der Einschränkung. Diese Art der Muskelanspannung ist auch zur Verbesserung der Muskelkraft geeignet. Bei der weniger gebräuchlichen isotonischen Form wird dem Patienten wiederum ein Druck entgegengesetzt, wobei der Therapeut kontinuierlich und langsam eine Bewegung des Patienten zulässt. Bei der iso-lytischen Form dagegen drückt der Therapeut fester als der Patient, und es kommt zu einer Bewegung entgegengesetzt zum Kraftaufbau des Patienten. Das gesamte Konzept wurde von Fred Mitchell, Mitchells Sohn modifiziert, der derzeit am „Michigan State College of Osteopathic Medicine” unterrichtet. In Deutschland wird jedoch v.a. die isometrische MET gelehrt. (Magoun 2007, S. 105f)
Eine Technik, welche Ähnlichkeiten mit der Funktionellen Technik Hoover und Bowles aufweist ist die in den 1960er Jahren von Larry Jone speziell zur Behandlung von akuten Muskelzerrungen entwickelte “Counter-Strain” Behandlung. Bei dieser Therpieform bringt man den Patienten, bzw. seine Gelenke passiv in die Position, in der die Zerrung auftrat, d.h. in die Position der größten Schmerzfreiheit und hält ihn dort für 90 Sekunden. Nach eingetretener Entspannung wird der Patient wieder passiv in die Neutralposition gebracht, in der nun wie in der vorherigen Position eine Schmerzfreiheit, oder zumindest Schmerzminderung auftreten sollte. (Magoun 2007, S. 106)
Diese Liste legt keinen Wert auf Vollständigkeit, sondern soll nur an ausgewählten Beispielen einen groben Überblick gewähren.

5 Zusammenfassende Worte
Die Osteopathie ist eine nicht konventionelle, d.h. alternative Behandlungsform, die bei nahezu allen Beschwerden und Erkrankungen, unter Beachtung von speziellen Kontraindikationen, z.B. frischen Brüchen oder Tumorerkrankungen, angewendet werden kann. Die Therapie ist so ausgelegt, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt werden und ggf. Stellungskorrekturen von Gelenken und eine Verbesserung der Bewegungs- und Funktionsfähigkeit vorgenommen werden.
Neben einer Behandlung des Bewegungsapparates und der inneren Organe kann über die nervalen Strukturen, das Gehirn und den Liquor cerebrospinalis behandelt werden.
In den Vereinigte Staaten kann diese Therapie in Form eines geregelten Hochschulstudiums mit einem allopathischen Ansatz gelernt werden, wobei manuelle Methoden bei der Behandlung durch osteopathische Ärzten nur ca. 5% der zum Einsatz kommenden therapeutischen Anwendungen ausmachen. In Europa dagegen findet man keine einheitliche Ausbildung, sie ist also eher ungeregelte wobei in Deutschland der Dachverband der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO), welcher z.B. Verbände wie den VOD (Verband der Osteopathen Deutschland e.v.) und andere Verbände vereint, in Zusammenarbeit mit der AFO (Akademie für Osteopathie) versucht einen einheitlichen Standard zu schaffen. Der Behandlungsansatz ist jedoch ein ganzheitlicher und bei der Behandlung überwiegen manuelle Methoden. Durch die Schaffung einer einheitlichen
Prüfung mit anschließendem Verfassen einer kleinen Abschlussarbeit, jedoch auch durch die Förderung von Diplomarbeiten wird die Forschung in diesem Bereich vorangetrieben und soll den Eingang der Osteopathie in die konventionelle Medizin und die klassischen Behandlungsformen begünstigen. Ob die Osteopathie-Ausbildung in Europa und Deutschland jedoch jemals so geregelt sein wird wie in den USA ist eher fraglich. Denn trotz der Vereinigung einiger osteopathischer Verbände in Deutschland gibt es immer noch eine ärztliche und eine nichtärztliche Ausbildungsform, wobei ein darauf aufbauender Masterstudiengang geplant ist, wie er derzeit schon für Kinderosteopathie in Zusammenarbeit mit englischen Ausbildern möglich ist, der den Beruf des Osteopathen reglementieren soll, und so zu einer gewissen Vereinheitlichung führen könnte. Wie sich dieser Berufsstand jedoch entwickeln wird kann nur die Zeit zeigen.

6 Literaturverzeichnis

[1] Barral, Jean-Pierre: Viszerale Osteopathie im der Gynäkologie, Urban & Fischer München
     2004
[2] Cloet, Etienne: Osteopathie im kranialen Berich, Hippokrates, Stuttgart 1999
[3] Drosdowski, Günther: (Hrsg.): Der Große Duden Fremdwörterbuch, Mannheim1966
[4] Drosdowski, Günther: (Hrsg.): Duden Fremdwörterbuch, Mannheim 1990
[5] Hartman, Laurie: Lehrbuch der Osteopathie, Pflaume, München 1998
[6] Hinz, Katja: Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Osteopathie-Richtlinien angenommen,
     Osteopathische Medizin, 8. Jahrgang, Heft 2/2007, S. 37
[7] Hoffmann-La Roche AG (Hrsg.): Roche Lexikon Medizin, München1998
[8] Liem, Torsten, Puylaert, Michael; : (Hrsg.): Leitfaden Viszerale Osteopathie, Urban & Fischer,
     München 2005
[9] Liem, Torsten: (Hrsg.): Leitfaden Osteopathie, Urban & Fischer, München 2005
[10] Liem, Torsten: (Hrsg.): Praxis der Kraniosakralen Osteopathie, Hippokrates, Stuttgart 2003
[11] Magoun, Harold Jr.: Strukturierte Heilung, Pähl 2007
[12] Meyers, Thomas W.: Anatomy Trains, Urban und Fischer, München 2004
[13] Upledger, John E.: Auf den Inneren Arzt hören, Hugendubel, München 1996
[14] Upledger, John E.: Lehrbuch der Kraniosakral-Therapie, Haug, Heidelberg 1991
[15] Wagner, Sylke: Bill-Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz, Osteopathische
       Medizin, 8. Jahrgang, Heft 2/2007, S. 37-38

11.10.2007 Carmen Pilat, Seminararbeit:  Geschichte der Medizin LMU